Günstiger im Ausland surfen

EU-Roamingkosten sinken am 30. April

Die Roamingkosten in der EU fallen weiter. Wer im Ausland telefoniert, zahlt ab Samstag in den meisten Fällen weniger. Im nächsten Jahr werden dann Zusatzgebühren für Handytarife in der EU fast ganz abgeschafft.

Smartphone im Urlaub© Antonioguillem / Fotolia.com

Brüssel/Berlin – Nach einer EU-Vorschrift dürfen Mobilfunk-Anbieter ihren Kunden bei Reisen innerhalb der Europäischen Union ab dem 30. April 2016 nur noch wenige Cent Aufschläge pro Anruf, SMS oder Download berechnen - zusätzlich zu den nationalen Tarifen. Dies ist der letzte Schritt, bevor die Auslandsgebühren von Sommer 2017 an der Geschichte angehören sollen.

Die neuen Roaming-Kostengrenzen in der EU

Telekommunikations-Anbieter dürfen vom Samstag an nur noch maximal sechs Cent pro Minute für Anrufe, zwei Cent pro SMS oder sechs Cent pro Megabyte bei Datentarifen im EU-Ausland verlangen (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Nimmt man einen Anruf an, kostet das höchstens 1,2 Cent zusätzlich pro Minute. Maximal darf die Summe aus Inlandspreis und Aufschlägen nicht mehr betragen als die bisherigen Höchstpreise von 23 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, sieben Cent pro SMS und 24 Cent je Megabyte Datenvolumen.

Weitgehender Wegfall der Roamingkosten ab 2017 geplant

2007 machte die EU-Kommission erstmals einen Vorstoß, um die Kosten für Telefonate im Ausland zu drücken. Nach und nach sanken die Gebühren. Vom 15. Juni 2017 an sollen die Auslandsgebühren komplett wegfallen. Ganz in trockenen Tüchern ist die Regelung allerdings noch nicht: Die Mobilfunkbetreiber könnten bei der EU Verbraucherschützern zufolge noch Ausnahmeregeln heraushandeln, falls sie auf den Kosten sitzen bleiben sollten.

Große Mobilfunker wie Telekom und Vodafone sind ihren Kunden bei Roaming-Gebühren bereits entgegengekommen: In einigen Flatratetarifen sind mittlerweile Auslandskontingente enthalten oder die gebuchten Tarife gelten auch im EU-Ausland. Manche Unternehmen werben auch mit Tarifen, die bereits jetzt auf Zusatzkosten im Ausland verzichten.

Wo drohen jetzt noch Kostenfallen?

Die Vorstufe, die ab dem 30. April greift, birgt für Nutzer mit Flatrate-Tarifen versteckte Kosten. Nach Angaben des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland (ECC) hat der Gesetzgeber zu Roaminggebühren bei Flatrates keine speziellen Regelung getroffen. Es sei möglich, dass Anbieter im Ausland nur die Aufschläge allein berechnen - aber ohne Garantie. Im Kleingedruckten könnten die Mobilfunkbetreiber etwa eine Klausel einfügen, dass Flatrates nur in Deutschland gelten. Dann würde im Ausland auf Minutenbasis abgerechnet.

Vorsicht auch auf dem Wasser. Auf Kreuzfahrtschiffen gilt: Handy ausschalten, denn die Schiffsnetze nutzen teure Satellitenverbindungen. An der Grenze zu Nicht-EU-Ländern – etwa zur Schweiz oder zur Türkei – könnte sich das Handy versehentlich in ein fremdes Netz einwählen. Hier sollte man auf manuelle Netzwahl umschalten.

Quelle: DPA

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